«

»

Mrz 11

Mineralstoffe für Pferde

Mineralstoffe sind die Bausteine für Knochen und Zähne, steuern die Enzymsysteme und sind für die Erregung der Nerven- bzw. Muskelzellen verantwortlich. Außerdem beeinflussen sie als Elektrolyte den Druck der Zellflüssigkeiten. Da sie solch wichtige Funktionen haben, ist es wichtig, sich einmal genauer darüber zu informieren.

Mineralstoffe im Überblick
Die Mineralstoffe werden in Mengen- und Spurenelemente unterschieden. Die vom Pferd benötigten Mengenelemente sind Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium, Natrium, Chlor und Schwefel. Schwefel ist ein Bestandteil des Eiweiß.

Phosphor, Kalzium
Beide Mengenelemente kommen in größeren Mengen im Pferdekörper vor: Kalzium mit ca. 7 kg (fast nur in den Knochen), Phosphor mit 4 kg (bis zu ca. 4/5 in den Knochen). Kalzium und Phosphor sind für die Festigkeit und Funktionsfähigkeit des Skeletts sehr wichtig.

Das Verhältnis von Kalzium Phosphat sollte nicht unter 1 : 1 und nicht über 3 : 1 liegen.

Ein Pferd, das mit 5 kg Hafer und 5 kg Heu gefüttert wird erhält dabei ca. 75 Gramm Kalzium und 28 Gramm Phosphor. Da 30 Gramm Kalzium und 20 Gramm Phosphor für ein Pferd ausreichend sind, das nicht über alle Maßen beansprucht wird, genügt die tägliche Fütterung mit Hafer und Heu.

Lediglich trächtige Stuten brauchen die 1 1/2 fache Menge. Zusätzliche Dreingaben von Kalzium und Phosphor gleichen eine Unterversorgung aus. Dies gilt auch nach Arbeitspausen nach Verletzungen, um die Knochen mit Zusatzgaben wieder zu stärken

Es sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu früh geerntetes Heu (möglichst klee- und kräuterreich) dem Pferd gegeben wird, da der Kalzium-Gehalt hier gering ist. Herrscht ein Mangel an Kalzium werden die Knochen demineralisiert. Eine Überdosierung von Kalzium ist normalerweise für das Pferd nicht schädlich. Bei einer Phosphorüberversorgung kann es jedoch zu Darmsteinbildung kommen, da die Verwertung von Kalzium beeinträchtigt wird.

Magnesium
Magnesium ist wichtig für die Aktivität der Enzymsysteme. Die Magnesium-Konzentration im Blut steuert die Erregbarkeit der Nerven und Muskeln. Ein normalgroßes Pferd braucht täglich ca. 10 Gramm Magnesium. Bei 5 kg Hafer bzw. Heu nimmt das Pferd 14 Gramm zu sich und ist damit gut versorgt.

Natrium
Dieses Element kommt im Blut und in der Gewebsflüssigkeit vor und sorgt u. a. mit für die Regulierung des Wasserhaushaltes.

Das Pferd braucht 20 Gramm Natrium pro Tag, schwitzt das Pferd braucht es entsprechend mehr, da das Natrium über den Schweiß ausgeschieden wird. Die tägliche Futtergabe deckt nicht den Bedarf an Natrium. Ein Leckstein ist daher eine ideale Nahrungsergänzung.

Chlor
Chlor erfüllt ähnliche Aufgaben wie das Natrium. Um die 100 Gramm Chlor wird vom Pferd pro Tag benötigt. Schwitzt das Pferd, benötigt es entsprechend mehr. Auch hier sollte man dem Chlormangel mit einem Leckstein entgegenwirken.

Kalium
Dieses Element reguliert die Druckverhältnisse in den Zellen, wo es sich auch befindet. Bei Erregung der Nerven- und Muskelzellen bringt das Kalium die Enzyme in Gang. Ein Pferd braucht täglich etwa 45 Gramm Kalium welches in dem normalen Futter ausreichend vorhanden ist. Bei Höchstleistungen muss dem Pferd allerdings zusätzlich Kalium zugeführt werden, da es beim Schwitzen über den Schweiß ausgeschieden wird. Eine Überversorgung von Kalium ist unschädlich.

Spurenelemente
Spurenelemente sind u. a. ein Bestandteil von Hormonen und Enzymen und für den Körper von hoher Wichtigkeit. Sie kommen nur in geringen Mengen im Körper vor. Alle Funktionen der Spurenelemente sind noch nicht bekannt. Zu den bereits bekannten gehören Eisen, Jod, Kupfer, Fluor, Zink, Mangan Kobalt, Molybdän, Chrom, Selen, Vanadium und Silizium.

Eisen
Bei einem gut 500 kg schweren Pferd beträgt der Eisengehalt etwa 40 Gramm, wobei sich im Blutfarbstoff (Hämoglobin) und im Muskelfarbstoff (Myoglobin) der größte Teil befindet (80 %).

Ist das Pferd mit Eisen unterversorgt (es benötigt täglich 50 bis 100 Gramm), sinkt die Zahl der roten Blutkörperchen und der Sauerstofftransport verschlechtert sich. Die tägliche Futtergabe von Heu und Hafer reicht völlig zur Eisenversorgung aus. Nur bei starkem Schweißverlust oder Blutverlust sollte zusätzlich Eisen gegeben werden.

Jod
In der Schilddrüse befindet sich der größte Teil des Jods. Das Jod baut die Schilddrüsenhormone auf, die den Stoffwechsel steuern. Bei Jodmangel wird eine erhöhte Gewebeproduktion durch die Schilddrüse angeregt (Kropf) und die Leistungsfähigkeit des Pferdes wird gemindert. Durch zusätzliche Fütterung von jodiertem Viehsalz und Mineralstoffen und Fütterung von Kleesorten und Kreuzblütlern kann der Jodbedarf des Pferdes (Bedarf 1 – 2 mg) sichergestellt werden.

Kupfer
Kupfer ist wichtig für die Blut- und Bindegewebsbildung, die Hälfte davon ist in der Muskulatur, im Skelett und in der Leber befindet sich der Rest. Täglich braucht das Pferd ca. 50 – 60 mg Kupfer. Eine Normalernährung reicht zur Versorgung völlig aus. Ausnahmen bilden Weidegebiete auf Sand-, Moor- und Marschböden, wo Kupfer nur in geringer Konzentration vorkommt. Spezielles Mineralfutter gleicht den Mangel dann aus. Ein zu viel an Kupfer schadet dem Pferd nicht, jedoch ist eine extreme Überversorgung für die Leber schädlich.

Zink
Zink ist wichtig für die Funktion vieler Enzyme, es ist in den Knochen und bestimmten Augengeweben zu finden. Der tägliche Bedarf eines Pferdes von 400 mg ist durch die normale Fütterung gewährleistet. Nur bei größeren Verletzungen bzw. Wunden des Pferdes ist eine zusätzliche Zinkversorgung über Mineralfutter erforderlich. Eine Überversorgung von Zink ist nur für Fohlen und trächtigen Stuten schädlich.

Mangan
Dieses Spurenelement ist wichtig für den Skelettaufbau, das Pferd benötigt etwa 300 mg pro Tag. Diese Menge wird über das normale Futter aufgenommen.

Kobalt
Dieses Element ist ein lebenswichtiger Bestandteil des Vitamin B 12 und ist für die Bildung von roten Blutkörperchen zuständig. Das Pferd braucht etwa 0,4 bis 0,8 mg Kobalt am Tag welches in der normalen Tagesration in ausreichendem Maße vorhanden ist. Kobaltmangel verursacht Vitamin B12-Mangel und Blutarmut.

Selen
Für die Abwehr von Infektionen und zum Schutz der Zellwände ist dieses Spurenelement zuständig. Ein Pferd benötigt etwa 1,5 mg täglich. Ob das Pferd hinreichend mit Selen versorgt wird, hängt von der Bodenbeschaffenheit der Futterweiden ab. Saure, sandige und Schwemmlandböden z. B. versorgen die Futterpflanzen nur gering mit Selen. Mit speziell mineralhaltiges Futter wird der Mangel ausgeglichen. Unterversorgung mit Selen führt zu Skelett- und Herzmuskelschäden, Überversorgung zu Hufschäden und Lahmheiten.

Alle Angaben ohne Gewähr! Dafür aber noch ein Tipp zum Schluss: Die finanziellen Folgen einer Erkrankung beim Pferd kann man am besten mit einer Pferde OP Versicherung und einer Pferdekrankenversicherung absichern!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>