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Feb 27

Mein Pferd hustet!

Husten ist sehr oft ein Symptom, bei dem Pferdebesitzer schnell hellhörig werden. Im Allgemeinen ist der Husten nur eine plötzliche Ausatmungsbewegung bei verschlossenem Kehldeckel. Es ist ein völlig normaler Reflex des Körpers, der die Lunge vor der Aspiration von Fremdstoffen schützt.

Der Husten kann bei vielen verschiedenen Erkrankungen des gesamten Atmungstraktes auftreten. Wie ein Pferd hustet und wie der Husten klingt, kann einem schon erste Hinweise über den Ort des Problems geben. Folgt ein räusperndes, herausgedrücktes Keuchen der Luft nach einer tiefen Einatmung, womöglich mit Sekretabgang, so sind meistens die Bronchien betroffen. Oder wenn auf keine vorangegangene Einatmung ein klares Bellen erfolgt, dann gibt das einen Hinweis auf den betroffenen Larynx.

Um aber eine genaue Diagnostik zu betreiben muss natürlich einmal das Pferd gründlich mit dem Phonendoskop abgehört werden und bei weiterem Bedarf ist sonst auch eine Bronchoskopie durch den Tierarzt durchzuführen.

Abhören - Foto Cora Buchmann

Abhören - Foto Cora Buchmann

Ein hustendes Pferd sollte immer einmal von einem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker untersucht werden, da man äußerlich als Laie nicht einschätzen kann, wie schwerwiegend die Erkrankung der Atemwege ist. Lieber einmal zuviel den Fachmann rangeholt, als einmal zu wenig. Denn das Symptom Husten kann sich sehr schnell zu einer handfesten chronischen Erkrankung entwickeln. Auch ein leichter Husten, der unregelmäßig immer mal wieder auftritt, kann ein Hinweis für eine schon bestehende Allergie sein, die den Köper des Pferdes immer wieder belastet. Wenn man genau weiß woher der Husten kommt und was ihn auslöst, dann kann man die Übeltäter beseitigen und dem Pferd geht es langfristig besser und kann zum Beispiel mehr Leistung erbringen.

Am häufigsten tritt der Husten im Zusammenhang mit Sekreten auf. Hier ist die Devise: raus damit. Ein Husten darf niemals unterdrückt werden, denn die Sekrete sollen schnellstmöglich abfließen. Wird ein Husten unterdrückt, so kann es zu lebensbedrohlichen Stauungen in der Lunge kommen.

Um den Auswurf zu unterstützen, steht die Bewegung an erster Stelle! Ein Organismus der sich viel bewegt, am besten an der frischen Luft, produziert weitere Sekrete die den festsitzenden Schleim verflüssigen und ihn somit einfacher herausbringen kann. Auch das Husten selbst wird durch die Bewegung einfacher. Die Muskeln werden bewegt und der Körper erwärmt sich.

Um die Sekrete noch besser zu verflüssigen werden gerne Schleimlöser eingesetzt. Hier muss es nicht immer gleich die chemische Keule sein. In der Naturheilkunde findet man viele Kräuter, die ebenso eine schleimlösende und desinfizierende Wirkung haben und den Organismus nicht so stark belasten. Es werden zum Beispiel gerne der Huflattich, die Primel, der Thymian, Anis oder Fenchel eingesetzt. Therapieren sie als Besitzer nicht einfach drauf los! Lassen sie sich immer von einer fachkundigen Person beraten! Einige Kräuter brauchen eine spezielle Behandlung vor ihrer Anwendung, um ihre Wirkung voll entfalten zu können. Auch die Inhalation mit ätherischen Ölen hat sich sehr bewährt. Die korrekte Verwendung ist aber der Schlüssel zum Therapieerfolg. Wenden sie sich vertrauensvoll an Jemanden, der sich mit diesem Bereich der Naturheilverfahren auskennt.

Diagramm Husten

Diagramm Husten

Das wichtigste, egal bei welcher Therapie, ist allerdings die Stallhygiene. Durch schlechte stickige Luft, teilweise mit Staub oder Ammoniakgasen angereichert, entstehen die meisten Luftwegserkrankungen. Solange ein Husten akut ist, sollte man sein Pferd extrem penibelst sauber halten und jeden Staubkontakt vermeiden.

Das einfachste wäre es, sein hustendes Pferd auf eine Weide zu stellen, ohne staubige Sandböden und nur mit gewässertem Heu als Beifutter. Doch diese Möglichkeit kommt seltenst in Frage. So muss man gucken, wie man sein Pferdchen ideal hält. Die Box oder der Unterstand sollte nicht mit Stroh eingestreut sein, da sich dort oft Schimmelpilzsporen verstecken. Besser ist es, wenn man auf Späne oder Steupellets umstellen kann. Die Einstreu sollte so gewählt werden, dass sie möglichst staubarm und trocken ist. Zudem sollte sie auch saugfähig sein, um den Urin des Tieres aufzunehmen. Außerdem muss sie leicht täglich zu misten sein, damit man sauber die Kot- und Urinstellen entfernen kann, um unangenehme Gase zu vermeiden.

Die Grundnahrung eines Pferdes ist Heu. Nur, wenn das Heu staubig ist, fängt man an Alternativen zu suchen. Einige Pferde vertragen gut Heulage, die durch ihren Feuchtigkeitsgehalt nicht staubt. Bei Heulage ist die Qualität sehr wichtig, da sich hier Schimmelpilze rasend schnell entwickeln können.

Sollte die Heulage für das Tier jedoch nicht verträglich sein, muss man leider den Aufwand betreiben und Heu in Wasser einweichen.

Eine weitere Alternative zu Raufutter sind eingeweichte Heucobs, die allerdings zu Alleinfütterung sehr teuer sind.

Kraftfutter ist manchmal auch recht staubig und reizt empfindliche Pferde erneut zum husten. Von einer völligen Umstellung auf beispielsweise Pellets, die sehr staubarm sind, ist abzuraten. Der Verdauungstrakt von Pferden stellt sich nur langsam um und es wäre nur wieder eine weitere Belastung des Körpers. Besser ist die Zugabe von Wasser oder Öl über das gewohnte Futter. Gut vermischt wird die übliche Ration weiter gerne gefressen.

Nasenausfluss - Foto Cora Buchmann

Nasenausfluss - Foto Cora Buchmann

Zusammenfassung:

  • Bei Husten immer den Fachmann eine Diagnose erheben lassen.
  • Licht, frische Luft und Bewegung benötigt jedes Pferd, gerade Hustenpatienten.
  • Haltungsbedingungen optimieren.
  • Beigaben zum Futter (evtl. Medikamente) mit fachkundiger Person absprechen.
  • Das tägliche Arbeitspensum anpassen.

Checkliste: besteht eine Atemwegserkrankung? 

  • Schleimiger Nasenausfluss
  • Eingeschränkte Leistungsbereitschaft
  • Fieber
  • Atemgeräusche (Husten, Schnaufen,…)
  • Erschwerte Atmung, starke Bauchatmung oder veränderte Nüsternstellung
  • Erhöhte Atemfrequenz (Normalwert: 8 bis 16 Atemzüge pro Minute)
  • Dampfrinne

 

Gastartikel von
Vera J. Baumann

www.alstertierheilpraxis.de

1 Kommentar

  1. irena

    Hallo,
    der Artikel ist recht interessant…aber hilft mir leider nicht weiter…eigentlich habe ich alles optimal…nur meinem Pferd geht´s leider nicht gut…erstrecht nicht, bei diesem Wetter…grrr
    Äthereische Öle, Antiallergika´s und Schleimlöser tun´s im Moment irgendwie leider nicht…Kortison schlägt leider nie an…

    Noch ne Idee???

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